Über das Forschungsteam

Das Forschungsteam konzentriert sich einerseits auf Forschung, andererseits auf die praktische Anwendung und die daraus resultierenden Erkenntnisse, um Veränderungen im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens erreichen zu können. Das Team, bestehend aus international angesehenen ForscherInnen, kommt aus den Bereichen Familien- und Kinder-/Jugendpsychologie, Gesundheitsökonomie, Sozialwissenschaften, angewandte Linguistik und der Implementierungsforschung, speziell im Bereich von Gesundheitssystemen.  Im Rahmen dieses Projekts entwickelt das Forschungsteam spezifische Fachkenntnisse über transdisziplinäre Co-Design-Forschungsmethoden, wobei Gemeinde-Forschungspartnerschaften entwickelt werden, um jene Forschungsfragen zu entwerfen und umzusetzen, die für die lokale Gemeinschaft hier in Tirol wertvoll sind.

 

Über das Forschungsprojekt

Das Village-Forschungsprojekt zielt darauf ab, ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, wie Kinder psychisch kranker Eltern unterstützt werden können. Dieses Projekt wird gemeinsam mit InteressenvertreterInnen entwickelt und implementiert. Es werden zwei Praxisansätze evaluiert, die sich auf das Kind und auf die Prinzipien der kooperativen Betreuung konzentrieren. Das Projekt verwendet gemischte Methoden, die verschiedene Ansätze zur Datenerhebung beinhalten. Es zielt darauf ab, die Identifikation und Unterstützung gefährdeter Kinder in Tirol direkt zu verbessern und dadurch die Gesundheit und das Wohlergehen zukünftiger österreichischer Generationen zu fördern und gleichzeitig den Kreislauf des intergenerationellen Transfers von negativen Kindheitserfahrungen zu durchbrechen. Die Evaluierung besteht aus zwei Komponenten - einer Prozessevaluierung, bei der die Auswirkungen der Village-Projektaktivitäten untersucht werden, und einer Ergebnisevaluierung, bei der die Auswirkungen der neuen Praxisansätze untersucht werden. Von der Prozessevaluierung wird erwartet, dass sie qualitative Interviews/Fokusgruppen und Umfragen mit den Teilnehmenden sowie formelle und informelle Treffen mit Interessenvertretern umfasst, um zu verstehen, wie das Projekt im Laufe der Zeit umgesetzt wurde. Die Forschungsergebnisse werden auch für Gesundheitsdienstleister und politische Entscheidungsträger in anderen Ländern sowie für die internationale Forschungsgemeinschaft von Bedeutung sein. 

Arbeitspakete

  • WP 1: MANAGEMENT

    • Projektmanagement & Kommunikation
    • Etablierung interner Strukturen
    • Monitoring Milestones
    • Koordination von Interessenvertretern & Konferenzen
  • WP 2: KINDER IM FOKUS

    • z. B. linguistische Mikroanalysen der Kommunikation und Interaktion von Kindern
    • Co-Partizipation von Kindern– kreative Medien, Diskussionen
    Details

    Work package 2: Die Stimme der Kinder/Kinder im Fokus

    Dieses Teilprojekt rückt die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Fokus. Wir untersuchen, wie Kinder und Jugendliche aktuell an Gesprächen und Diskussionen zu ihren Wünschen und Bedürfnissen beteiligt werden und was sie sich anders wünschen. Dafür wird ihre Perspektive in Bezug zu der ihrer Eltern und des Versorgungssystems gesetzt. Zentrales Anliegen ist, die Kinder und Jugendlichen ins Zentrum zu rücken, ihnen zuzuhören und sie dabei zu unterstützen, ihr eigenes formales und informelles Netzwerk zu identifizieren.

    Die selbstbestimmte Einwilligung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren, gewinnt zunehmend an Relevanz in der Forschung mit Kindern und Jugendlichen. Dieses Projekt folgt insofern der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und erkennt die ethischen Prinzipien und Rechte von Kindern an, eigene, speziell auf sie zugeschnittene Informationen zu erhalten, um darauf basierend partizipative Entscheidungen treffen zu können. Die Fokussierung auf die Kinder und Jugendlichen sowie eine kindzentrierte Kommunikation werden zur Generierung von Praxiswissen beitragen, das in einer verbesserten Identifikation und Unterstützung von Kindern psychisch erkrankter Eltern mündet.

    In einer narrativen Literaturübersicht sollen zunächst aktuelle pädiatrische und Gesundheitsinteraktionen analysiert werden, die bereits jetzt die Kinder in den Fokus stellen. Auf Basis dieser Literaturübersicht werden in anschließenden soziologischen, mikro-linguistischen Analysen und mit teilnehmenden Beobachtungen über die verschiedenen Teilprojekte des “Village” Projektes hinweg Interaktionen mit Kindern in den Fokus genommen, um so ihre Wünsche und Bedürfnisse bestmöglich identifizieren und befriedigen zu können. Über Schulungen werden die im Gesundheitssystem tätigen Personen dafür entsprechend ausgebildet. Professor Lesley Stirling, School of Languages and Linguistics, The University of Melbourne, Australia unterstützt dieses Teilprojekt.

  • WP 3: SCOPING

    Identifizierung:

    • Derzeitige Praxis und Evidenz & Analyse der Zusammenarbeit von Services in Österreich (zB. Barrieren, Ansätze, Lücken, ….)
    • Aktive Teilnahme (zB. Fokus auf PatientInnen, Vertrauen)
    Details

    Work package 3: Scoping

    Dieses Teilprojekt fokussiert die Umsetzung und Machbarkeit der anderen Teilprojekte (kooperative Entwicklung, Implementation und Evaluation). Über systematische Literaturübersichten sowie Befragungen relevanter Akteurinnen und Akteure soll das Wissen zusammengestellt werden zu: a) der aktuellen Versorgungspraxis sowie möglichen Versorgungslücken von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern, insbesondere mit Blick auf die Identifikation betroffener Familien, wobei auch hier die Kinder ins Zentrum gestellt werden; b) die (unbefriedigten) Wünsche und Bedürfnisse der Kinder; c) was wirkt für wen und wann, aktiven Wirkmechanismen, der Kosteneffektivitäten und relevanten Kontextfaktoren. Daraus sollen logische Modelle (realistischer Evaluationsansatz) zur Entwicklung von Praxisinterventionen abgeleitet werden. Relevante Akteurinnen und Akteure in der Gemeinde und des Gesundheitswesens sowie die betroffenen Familien werden in Form von Interviews und Fokusguppen beteiligt. Das Teilprojekt Evaluation ist eng mit diesem Projekt verknüpft.

  • WP 4: CO-ENTWICKLUNG

    • Co-Entwicklung der kollaborativen Zusammenarbeit und Screening
    • Entwurf Praxisansatz
    • Trainingsprogramm
    Details

    Work package 4: Co-Entwicklung

    Dieses Arbeitspaket hat drei Ziele: 1) Praxisansätze zu entwickeln, mit denen einerseits professionelle Fachkräfte gefährdete Kinder früh erkennen können und mit denen andererseits Unterstützung durch Bezugspersonen gemeinsam mit professionellen Hilfsangeboten über Sektorengrenzen hinweg koordiniert und auf den individuellen Bedarf abgestimmt wird. 2) Trainingsmaterial für die Implementierung der Praxisansätze in Tirol erstellen und 3) im Rahmen dieses Arbeitspaketes zentrale Indikatoren für die Evaluierung der Praxisansätze definieren. Die Entwicklung der Praxisansätze sowie der Evaluationsindikatoren erfolgt in einem partizipatorischen Prozess, bei dem InteressensvertreterInnen – insbesondere auch Betroffene – kontinuierlich eingebunden werden.

    Im Rahmen des Arbeitspaketes finden eine Reihe von Workshops statt, in denen auf der Grundlage von Evidenz (aus WP3) in Kombination mit den Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam ein Unterstützungskonzept entwickelt wird. Eine Reihe von qualitativen Methoden werden eingesetzt, um die Ergebnisse aus den Workshops und sonstige Daten, die im Rahmen des Arbeitspaketes erhoben werden, zu analysieren.

  • WP 5: IMPLEMENTATION

    • Training und Implementierungsansätze NIRN Ansatz (Exploration, Installation, Prä-Implementierung)
    • Zielgruppe: Kinder psychisch erkrankter Eltern,   4-18 Jahre
    Details

    Work package 5: Umsetzung

    In diesem Teilprojket soll der partizipative Entwicklungsansatz von Teilprojekt 4 in die Praxis umgesetzt werden. Wir wollen Personen aus dem Versorgungsbereich sowie interessierte Akteurinnen und Akteure trainieren und darin unterstützen, Kinder mit psychisch erkrankten Eltern besser zu erkennen und sie für unseren „Village“-Ansatz, d. h. den Aufbau informeller und formaler Unterstützung für die Kinder/Jugendlichen, gewinnen. Das Projekt basiert auf Kenntnissen der Implementationsforschung, um neue, evidenzbasierte Interventionen in der Versorgungspraxis nachhaltig zu verankern. Interessierte „Village“-Vertreterinnen und Vertreter werden darin trainiert, Netzwerkinterventionen auf- und auszubauen, die die Kinder in den Fokus stellen und bestmöglich unterstützen. In einem gestuften Ansatz werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult und laufend unterstützt. Damit dies partizipativ erfolgen kann, wollen wir zunächst die aktuellen Umgebungsbedingungen genau untersuchen und verstehen, um dann basierend auf der Analyse von bewährten Programmen (Teilprojekt 3) und einer ersten Pilotphase, einen kooperativen Ansatz zu entwickeln, der Kontextfaktoren und mögliche Barrieren der Versorgung berücksichtigt. Dafür wollen wir mit zentralen, in der Gesundheitsversorgung tätigen Personen in Tirol zusammenarbeiten. Dieses Implementationsprojekt wird im Verlauf qualitativ und quantitativ evaluiert (Teilprojekt 6), um aus den Mechanismen sowie der Wirkung Erkenntnisse für eine verbesserte Versorgung ableiten zu können.

  • WP 6: EVALUATION

    • Formative (Machbarkeit, Angemessenheit und Akzeptanz)
    • Prozess (Implementierung)
    • Ergebnis (Kosten-) Effektivität & Auswirkung (der Maßnahmen)

     

    • Realist Evaluation
    Details

    Work package 6: Bewertung der neuen Ansätze in der Praxis

    Die Bewertung umfasst eine Prozess- und eine Ergebnisevaluation. In der Prozessevaluation geht es darum herauszufinden, ob die praxisorientierten Ansätze erfolgreich implementiert wurden. Dabei werden wir Größen messen wie: Anzahl der Kinder, die identifiziert und denen die Teilnahme an unserem Programm angeboten wurde; Anzahl der Fachkräfte (und anderer Beteiligter), die geschult wurden. Wir werden auch andere Faktoren messen, die für den Erfolg der Ansätze wichtig sind wie zum Beispiel das Wissen und Verhalten von Fachkräften, Eltern und anderen Beteiligten gegenüber den Bedürfnissen der Kinder, und wie sie ihnen helfen können. In der Ergebnisevaluation geht es darum herauszufinden, ob die Praxisansätze einen positiven Einfluss auf die Kinder (und Familien) hatten. Der Fokus der Evaluation wird auf Ergebnissen liegen, die kurzfristig messbar sind, aber einen Einfluss auf Langzeitergebnisse haben. Das können zum Beispiel Größen sein wie: Selbstbewusstsein des Kindes; Vertrauen in soziale Beziehungen; aktives Hilfesuchen; Zeit, seinen eigenen Interessen nachzukommen; empfundene Belastung. Darüber hinaus prüfen wir auch die Kosten für die Umsetzung dieser Praxisänderungen und Änderungen der Ressourcen (Kostenbewertung).

    Die Bewertung erfolgt nach einem realistischen Methodenansatz, der sich besonders für komplexe Interventionen eignet und die Mechanismen und Bedingungen für Veränderungen berücksichtigt. Das heißt, wir werden nicht nur verstehen können, ob positive Ergebnisse erzielt wurden, sondern auch für wen, unter welchen Bedingungen und wie. Diese Art von Wissen kann besonders nützlich sein, um Empfehlungen für die Einführung einer Intervention an anderen Orten abzuleiten.

    Die Programmtheorie und Logikmodelle (entwickelt in den Arbeitspaketen 3 und 4) werden den Rahmen der Evaluation bilden. Ergebnisse und Kosten werden in einem vergleichenden Studiendesign gemessen, das zwei Strategien miteinander vergleicht. Die erste besteht darin, dass betroffene Eltern und ihre Kinder identifiziert und über die jeweiligen Angebote informiert werden. Die zweite Strategie konzentriert sich darauf, dass den Kindern zusätzlich weiter Unterstützung angeboten wird. Was gemessen wird, wird in der Scoping- und Co-Development-Phase mit den Interessensgruppen abgestimmt (Arbeitspackete 3 und 4).

  • WP 7: VERBREITUNG DER ERGEBNISSE

    • Konferenzen
    • Medien
    • Open-Access-Publikationen
    • Website
    •  PatentInnen-Interessenvertreter-Konferenzen
    Details

    Work package 7: Kommunikation und Verbreitung

    Ziele dieses Teilprojektes sind: (1) relevante Akteurinnen und Akteure für das Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ zu gewinnen; (2) Wirkung auf individueller, Gemeinde-, regionaler und (inter-)nationaler Ebene erzielen, insbesondere in den Bereichen Forschung, Praxis und Politik. Wir streben eine stigmasensitive Kommunikation und Dissemination an, um Versorgungsbarrieren bestmöglich überwinden zu können. Zur Zielerreichung werden verschiedene Tagungen/Workshops organisiert, zu denen relevante Stakeholder eingeladen werden (z. B. betroffene Familien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitssystems und der Jugendhilfe, Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen und –arbeiter), um über das Projekt zu informieren. Dafür sollen z. B. Expertinnen und Experten zu Vorträgen über den Stand der Forschung aber auch bewährte Praxismodelle eingeladen werden. Politikerinnen/Politiker, aber auch z. B. Patientenorganisationen werden über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft eingebunden. Wir streben Kooperationen und Partnerschaften mit relevanten Einrichtungen an, z. B. mit den „Frühen Hilfen“ sowie den „Communities that Care – Österreich“. Informationen werden laufend aktualisiert und über die Website „The Village“ zur Verfügung gestellt. Innovative Kommunikationstechnologie (z. B. Videos, Infographiken) wird dafür genutzt werden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen in internationalen Fachzeitschriften publiziert und am Ende des Projektes der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen einer gemeinsamen Konferenz mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den betroffenen Familien, Eltern und Kindern sowie relevanten Akteurinnen und Akteuren, vorgestellt werden.

  • ZIELE

    • Kollaborativer Praxisansatz - Kinder im Fokus
    • Verbesserte Entwicklung von Kindern
    • Verbesserte Kosten-Nutzeneffizienz durch einen kollaborativen Praxisansatz

Zeitplan

Interviews und Fokusgruppen mit Stakeholdern (April-Juni 2018) 

  • Ziel: Reflexion der derzeitigen Praxis der Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen
  • Ausloten einer Kooperation bzgl.: Co-Design von Interventionen, Training für die Identifikation von Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Risiko bzw. Interesse als "Village-KoordinatorIn" bei der Koordination von Intervention mitzuwirken, Interesse an der Beteiligung bei der Evaluierung der implementierten Maßnahmen
  • Zielgruppe: Versorgungseinrichtungen für psychische Gesundheit im Erwachsenen- und Jugendbereich, Kinder und Jugendliche 
  • Arbeitsaufwand: 1x 1-2 Stunden für ein Interview bzw. 1x 2-3 Stunden für eine Fokusgruppe

Co-Design der Interventionen (Oktober-März 2019)

  • Ziel: Informationen aus den vorangegangenen Literaturreviews („Scoping“), Interviews und Fokusgruppen in konkrete Maßnahmen und Interventionen überführen, die in einem gemeinsamen Co-Design-Workshop erarbeitet werden
  • Zielgruppe: ExpertInnen, die im „Scoping“ identifiziert wurden, z. B. aus Gesundheitsberufen, Jugendamt, Kinder und Jugendliche, Eltern, etc. 
  • Arbeitsaufwand: ca. 6x 2-3 Stunden
  • Workshops (einmal pro Monat) 

Implementierung der Interventionen 
(September 2019-September 
2020 bzw. Juni 2021)

  • Ziel: Training und Mentoring für ExpertInnen für die Implementierung der Maßnahmen 
  • Zielgruppe: identifizierte „Village-KoordinatorInnen"

Evaluierung (ab 2021)

  • Ziel: implementierte Maßnahmen bzgl. ihrer Wirksamkeit und Kosteneffizienz mittels Interviews und Surveys evaluieren
  • Zielgruppe: alle Stakeholder, die am Projekt beteiligt waren

Wissenschaftliche Publikationen

  • Projektleitung: Christoph Strohmaier (AIHTA)

    Autor*innen:    Christoph Strohmaier (Erstautor; AIHTA)

    Laura Hölzle (Zweitautorin; VILLAGE-Projekt)

    Leitung Qualitätssicherung: Ingrid Zechmeister-Koss (AIHTA; Co-Investigator VILLAGE-Projekt); COIs VILLAGE-Projekt (Jean Paul, Annette Bauer, Melinda Goodyear, Hanna Christiansen)

    Dauer: April bis September 2021

    Sprache: Englisch mit Deutscher Zusammenfassung

    Dieses Projekt ist eine Kooperation mit dem AIHTA. Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert.

    Teil I: Systematische Literaturübersicht über die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von familienorientierten komplexen Interventionen für Kinder aus psychisch belasteten Familien.

    Teil II: Ökonomische Evaluation des 'VILLAGE-Projekts' zur Unterstützung von Kindern aus psychisch belasteten Familien: Einzelkostenanalyse (Unit Costs).

     

  • Ingrid Zechmeister-Koss,  Melinda Goodyear,  Heinz Tüchler &  Jean Lillian Paul

    BMC Health Services Research

     

    A research project, which aims to improve the situation of children of parents with a mental illness (COPMI) is currently underway in the Austrian region of Tyrol. The project aims to strengthen formal and informal support structures around the child, through enhancing their village of collaborative support. Understanding the current situation in the region is vital for implementing practice change. This paper aims to gain knowledge regarding the Tyrolean societal and service provision context.

     

     

     

  • Njål Andersen & Ingunn Olea Lund

    Research on parental mental illness is often carried out in disorder specific research silos. Drawing on the different research areas, it is possible to leverage and combine existing knowledge, and identify insights that can be transferred across research areas. In this study, we identify the overarching structure of research on parents with psychiatric disorders, and the structure of the different research areas, as defined by psychiatric disorder groups in ICD-10, and identify both topics that are commonly examined, and topics that received attention in only a few of the research areas.

  • Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen (KipE) haben ein erhöhtes Risiko, selbst psychische Störungen zu entwickeln. Nach Schätzungen leben in Deutschland circa 25 % aller Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammen. Es handelt sich also um eine große Hochrisikogruppe. Gleichzeitig gibt es für diese Zielgruppe kaum präventive Interventionen und Studien, die die Mechanismen der transgenerationalen Transmission psychischer Störungen untersuchen, liegen kaum vor. Der vorliegende Artikel stellt zwei aktuelle Forschungsprojekte zum Thema vor und fokussiert präventive Interventionen. In dem vom BMBF geförderten Projekt “Children of Parents with a Mental Illness At Risk Evaluation” (COMPARE) werden psychisch erkrankte Eltern von Kindern im Alter zwischen 1,5 und 16 Jahren untersucht. Die Eltern müssen eine aktuelle Diagnose nach DSM-5 erfüllen und erhalten 25-45 Stunden gold-standard Kognitiv Behaviorale Therapie (KVT). Die Hälfte der teilnehmenden Eltern erhält randomisiert zusätzlich das Positive Parenting Program (KVT+PPP). Damit sollen die Effekte elterlicher Psychotherapie auf die Kinder geprüft werden und ob ein zusätzliches Elterntraining zu inkrementellen Effekten führt. Das Projekt „The Village“ ist ein Modellprojekt in der Region Tirol, Österreich, und fokussiert die Identifikation und kollaborative Versorgung von KipE.

  • Final report: Supporting children who have parents with mental disorders in Tyrol

    A mapping of existing Tyrolean support and societal structures

    Hintergrund

    In einem 4-jährigen Forschungsprojekt soll in Tirol die Lebenssituation von Kindern, die psychisch erkrankte Eltern haben, verbessert werden. Um konkrete Praxisansätze zu entwickeln, mit denen die betroffenen Kinder besser wahrgenommen und die Familien unterstützt werden können, braucht es Wissen über die Tiroler Ist-Situation hinsichtlich vorhandener Angebote und gesamtgesellschaftlicher Strukturen.

  • Final report: Prevalence of mental disorders and uptake of mental health services in Tyrol

    An analysis of epidemiological literature and administrative data from the Tyrolean health insurance

    Hintergrund und Ziel

    Die frühzeitige Wahrnehmung und Unterstützung von Kindern psychisch erkrankter Eltern kann durch unterschiedliche Ansätze erfolgen. Eine mögliche Herangehensweise ist es, über die erwachsenenpsychiatrische Versorgung in Kontakt mit den Kindern und deren Familien zu kommen. Um diesen Ansatz genauer zu prüfen, sind Informationen über die Prävalenz von psychischen Erkrankungen und die Inanspruchnahme von Leistungen erforderlich. Der Bericht zielt darauf ab, die Epidemiologie psychischer Erkrankungen sowie Merkmale der PatientInnen, die Leistungen in der psychiatrischen Versorgung in Tirol, die in den Bereich des Gesundheitswesen fallen, in Anspruch nehmen, darzustellen.

  • Hintergrund: Kinder, die mit einem psychisch kranken Elternteil aufwachsen, bleiben oft unsichtbar und erhalten keine angemessene Unterstützung. Ihre Prävalenz ist hoch (1 von 4) und sie haben ein erhöhtes Risiko, langfristige Schwierigkeiten zu erleben. Ein Forschungsprojekt zielt darauf ab, gemeinsam (Forscher und Stakeholder zusammen) Praktiken zu entwickeln, zu implementieren und zu evaluieren, um die Identifikation und die soziale Unterstützung für diese Kinder und ihre Familien in Tirol zu verbessern. Wir präsentieren die Ergebnisse des Co-Entwicklungsprozesses, der auf sechs Stakeholder-Workshops basiert.

  • Hintergrund: Kinder, die mit einem Elternteil aufwachsen, der eine psychische Erkrankung hat (25 %), haben ein erhöhtes Risiko, selbst (Gesundheits-)Probleme zu entwickeln. Ein Ansatz, um diese Kinder für frühzeitige Interventionen zu erreichen, ist, dass ihre Eltern eine Behandlung innerhalb des psychischen Gesundheitssystems für Erwachsene suchen. Unser Ziel war es, Informationen über die Nutzer von psychischen Gesundheitsdiensten für Erwachsene in Tirol, Österreich, zu erhalten, um mehr über die Identifizierung dieser Familien zu erfahren, um Unterstützung anbieten zu können.

  • Hintergrund: In den letzten Jahrzehnten wurde die Bewertung von Gesundheitstechnologien stark gefördert, um eine evidenzbasierte statt einer eminenzbasierten Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Wenn es jedoch um die Implementierung von Interventionen geht, die eher auf Prozessen und Verhalten als auf Produkten basieren, ist der Import von evidenzbasierten Interventionen wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt, da er den starken Einfluss von Kontextfaktoren ignoriert. In einem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt wird ein alternativer Ansatz getestet.

  • Hintergrund: Im österreichischen Bundesland Tirol läuft derzeit ein Forschungsprojekt, das die Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern (COPMI) verbessern soll. Das Projekt zielt darauf ab, formelle und informelle Unterstützungsstrukturen rund um das Kind zu stärken, indem das Dorf der kollaborativen Unterstützung verbessert wird. Das Verständnis der aktuellen Situation in der Region ist entscheidend für die Umsetzung von Veränderungen in der Praxis. Dieser Beitrag zielt darauf ab, Wissen über den Tiroler Gesellschafts- und Dienstleistungskontext zu gewinnen.

  • Aus dem Blickfeld: Versorgung von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern

    Viel zu viel und doch zu wenig. Über- und Unterversorgung in der Medizin

    Christiansen, H. & Paul, J. L. 

     

     

  • Influences on drinking choices among Indigenous and non-Indigenous pregnant women in Australia

    • Gibson, S., Nagle, C., Paul, J., McCarthy, L., & Muggli, E. (2020)

    Despite women’s awareness that drinking alcohol in pregnancy can lead to lifelong disabilities in a child, it appears that an awareness alone does not discourage some pregnant women from drinking. To explore influences on pregnant women’s choices around alcohol use, we conducted interviews and group discussions with 14 Indigenous Australian and 14 non-Indigenous pregnant women attending antenatal care in a range of socioeconomic settings. 

  • Christiansen, H., Röhrle, B., Fahrer, J., Stracke, M., Dobener, L.-M. (2020)

     

     

     

     

Berichte

  • Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil (children of parents with a mental illness, COPMI) erleben langfristig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen. Maßnahmen zur frühzeitigen Unterstützung ihrer Bedürfnisse können die Anpassung erheblich verbessern und negative Folgen reduzieren. Derzeit lebt etwa jedes vierte Kind weltweit bei einem Elternteil mit einer psychischen Erkrankung. Die lebenslangen Konsequenzen für Einzelpersonen, Regierungen und die Gesellschaft insgesamt sind wahrscheinlich erheblich. Es gibt beträchtliche personelle Barrieren für die Früherkennung von COPMI und die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse – insbesondere im Rahmen des Systems für psychische Gesundheit von Erwachsenen. Die aktuelle Studie zielt darauf ab, solche Hemmnisse abzubauen und die Identifizierung von COPMI in den bestehenden Gesundheitssystemen zu verbessern.

Ressourcen

  • Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil (children of parents with a mental illness, COPMI) erleben langfristig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen. Maßnahmen zur frühzeitigen Unterstützung ihrer Bedürfnisse können die Anpassung erheblich verbessern und negative Folgen reduzieren. Derzeit lebt etwa jedes vierte Kind weltweit bei einem Elternteil mit einer psychischen Erkrankung. Die lebenslangen Konsequenzen für Einzelpersonen, Regierungen und die Gesellschaft insgesamt sind wahrscheinlich erheblich. Es gibt beträchtliche personelle Barrieren für die Früherkennung von COPMI und die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse – insbesondere im Rahmen des Systems für psychische Gesundheit von Erwachsenen. Die aktuelle Studie zielt darauf ab, solche Hemmnisse abzubauen und die Identifizierung von COPMI in den bestehenden Gesundheitssystemen zu verbessern.

  • Meeting the Intergenerational Needs of Families Where a Parent Has a Mental Illness

    Melinda Goodyear - School of Rural Health, Monash University and the Parenting Research Centre

    Psychische Erkrankungen der Eltern können erhebliche psychologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf Familien haben. Wegen der möglichen Auswirkungen eines Elternteils bei einer psychischer Erkrankung kann esauch bei Kindern zu „intergenerationellen“ Auswirkungen kommen. Beispielsweise können Kinder ein stärkeres Bewusstsein für die Symptome ihrer Eltern entwickeln, mit Fürsorgepflichten belastet werden und sogar ihre eigenen psychischen Zustände durch eine genetische Mischung entwickeln und Umwelteinflüsse. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Dienstleistungen die Auswirkungen einer elterlichen psychischen Erkrankung zwischen den Generationen berücksichtigen.

  • Video from the research project: Co-producing help-seeking narratives with children of parents with mental illnesses, by sociologist Brenda Gladstone and Jennifer Bramwell. More information see: http://brendagladstone.ca

  • A video from Monash University (Australia) with CoI Dr Melinda Goodyear and Prof Darryl Maybery describe their recent mental health research projects.

  • Resources for Parents and Professionals

    Families where a Parent has a Mental Illness (FaPMI)

    Resources for parents and professionals from 'Eastern Health', Victoria, Australia, for families where a parent has  a mental illness

  • COPMI material

    Children of parents with a mental illness

    An organisation promoting better outcomes for children and families where a parent experiences mental illness.

  • COPMI international

    A global partnership for child, parent and family mental health

  • Homepage for 'Let's Talk about Children' research study at Monash University, Melbourne, Australia. "Developing an Australian-first recovery model for parents in Victorian mental health and family services."

  • Australian national workforce centre for child mental health

  • This publication is intended for professionals training or practicing in mental health and not for the general public. The opinions expressed are those of the authors and do not necessarily represent the views of the editors or IACAPAP. This publication seeks to describe the best treatments and practices based on the scientific evidence available at the time of writing as evaluated by the authors and may change as a result of new research. Readers need to apply this knowledge to patients in accordance with the guidelines and laws of their country of practice. Some medications may not be available in some countries and readers should consult the specific drug information since not all dosages and unwanted effects are mentioned. Organizations, publications and websites are cited or linked to illustrate issues or as a source of further information. This does not mean that authors, the editors or IACAPAP endorse their content or recommendations, which should be critically assessed by the reader. Websites may also change or cease to exist.

  • ​Psychische Erkrankungen sind häufig. Weltweit leben ca. 25 % aller Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammen. Diese Kinder haben ein erhöhtes Risiko, psychische Störungen zu entwickeln und stellen so eine besondere Risikogruppe dar. Gleichzeitig gibt es für diese Zielgruppe kaum präventive Interventionsangebote. Zudem sind Studien selten, die die Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der transgenerationalen Transmission psychischer Störungen untersuchen. Das Buch fasst den aktuellen Stand der Forschung zu dem Thema prägnant zusammen und stellt ausgewählte Forschungsprogramme zur verbesserten Versorgung betroffener Familien vor sowie aktuelle Präventionsansätze.

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