Weiterführendes Projekt zur perinatalen psychischen Gesundheit

3. November 2022

Seit April 2022 arbeiten wir an einem weiterführenden Forschungsprojekt zum Thema perinatale psychische Gesundheit in Tirol. Wir stellen hier Projektinformationen und Ressourcen für Eltern und Familien zusammen, die Informationen und Unterstützung zur psychischen Gesundheit von Säuglingen und Kindern suchen.

Perinatale psychische Gesundheit

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Komplikation im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft und Geburt. Sie betreffen während der Perinatalperiode (einschließlich 1 Jahr nach der Geburt) etwa eine von fünf Müttern und mehr als einen von zehn Vätern. Psychische Erkrankungen der Eltern rund um die Geburt können die kindliche Entwicklung erheblich beeinträchtigen. Abgesehen von den Auswirkungen auf die Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen haben peripartale psychische Erkrankungen auch umfangreiche volkswirtschaftliche Kosten zur Folge. In Österreich sind die bestehenden Präventions- und Unterstützungsstrukturen von Region zu Region sehr unterschiedlich. Basierend auf Workshops mit Stakeholdern inklusive Betroffenen, scheint es in Tirol einen Mangel an Bewusstsein in der Öffentlichkeit, aber auch bei den Angehörigen der Gesundheitsberufe, einen Mangel an Screening- und Präventionsaktivitäten und auch eine begrenzte Koordination der Dienstleistungen, sowie Angebotslücken bei der Behandlung zu geben.

Über das Forschungsteam

Unser internationales und interdisziplinäres Forschungsteam besteht aus ForscherInnen verschiedener Disziplinen, darunter Sozialwissenschaften, Psychologie, Gesundheitsökonomie, Versorgungsforschung, angewandte Linguistik, Implementierungsswissenschaft und Psychiatrie. Es handelt sich um eine Partnerschaft zwischen lokalen Akteuren, die sich auf internationales Wissen über bewährte Praktiken stützen.

  • Forschungsteam
    • Jean Paul (Medical University Innsbruck)
    • Ingrid Zechmeister-Koss (Austrian Institute for Health Technology Assessment GmbH)
    • Anna Buchheim (University of Innsbruck)
    • Astrid Lampe (LBI Rehabilitation)
    • Christine Hörtnagl (Medical University Innsbruck)
  • Projektteam
    • Philipp Schöch (Medical University Innsbruck)
    • Laura Hölzle (Medical University Innsbruck)
    • Noemie Ruth Händler-Stabauer
    • Sandra Aufhammer (Frühe Hilfen Tirol)
    • Alexander Hofer (MUI Psychiatrie I)
  • Partnerorganisationen
    • Frühe Hilfen Tirol
    • Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit
    • Eltern-Kind-Zentrum Schwaz
    • Innocence in Danger
    • Pro Mente Tirol
    • Elternbildung Tirol
    • Krankenhaus St. Vinzenz Zams
    • Gesundheit Österreich (GÖG)
    • Department for statistics MUI

 

Über das Forschungsprojekt

Die Forschungsgruppe untersucht die Situation von werdenden Eltern in Tirol und zielt darauf ab, einen Frühinterventions- und Präventionsansatz zu entwickeln.

Der Projektplan sieht Folgendes vor: 

  1. Untersuchung der Situation in Tirol in Bezug auf perinatale psychische Unterstützung
  2. Co-Design von Unterstützungsangeboten, die sich auf die Bedürfnisse von Eltern und Säuglingen und Stärkung der sozialen Unterstützung konzentrieren
  3. Umsetzung des Designs der Intervention
  4. Evaluierung der Auswirkungen, Ansichten und Erfahrungen mit der Intervention

 

Verbindung von Forschung und Praxis

Das Projekt hat eine Laufzeit von 5 Jahren und arbeitet mit Open Innovation Science (OIS) Ansätzen, um die Tiroler Öffentlichkeit einzubinden. Die Gruppe wird mit Stakeholdern zusammenarbeiten, um das am besten geeignete Studiendesign zu bestimmen und evidenzbasierte Praxisansätze mitzugestalten. Dieses Projekt verbindet lokales Praxiswissen mit internationaler Expertise in Co-Design, komplexen Evaluierungen und Forschung im Gesundheitswesen, um ein Thema von lokaler Relevanz anzugehen. Darüber hinaus konzentriert sich dieses Projekt auf einen Frühinterventions- und Präventionsansatz, um formelle und informelle Dienste, die mit neuen Eltern und Säuglingen arbeiten, zusammenzubringen und zu prüfen, wie die Unterstützung verbessert werden kann, um die Lebensqualität von Eltern und Säuglingen zu verbessern.

 

Zeitplan

April 2022 bis März 2023:

  • (Systematische) Literaturübersichten zur Identifizierung der möglichen Kernelemente des Unterstützungsprogramms
  • Mapping der Versorgungs- und epidemiologischen Situation in Tirol
  • Analyse administrativer Daten zur Inanspruchnahme von psychiatrischen Leistungen vor und während Schwangerschaften, sowie 1 Jahr nach Geburten

April 2023 bis März 2024:

  • Stakeholder Workshops zur Entwicklung des Verbesserungsansatzes
  • Vorbereitung der Implementierung und Evaluierung
  • Schulungen von Fachkräften (bei Bedarf)

April 2024 bis März 2027:

  • Implementierung (Pilotierung) und Evaluierung

 

Kontakt

Forschungsprojekt Perinatale Psychische Gesundheit Tirolc/o MedUni Innsbruck, Tirol Kliniken GmbH
Schöpfstraße 23a
6020 Innsbruck

Projektleitung: Dr. Jean Paul
+43 676 580 04 69
Jean.paul@i-med.ac.at

 

News

https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/756755.html 

 

Ressourcen