Villages Online-Ansatz

Das Village-Projekt möchte mit seinem Angebot Kinder von psychisch erkrankten Eltern, sowie deren Familien online unterstützen.

Das Village-Projekt möchte mit seinem Angebot Kinder von psychisch erkrankten Eltern, sowie deren Familien unterstützen. Durch die Schließung von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen und dem Verlust von gewohnter Tagesstruktur befinden sich viele Familien unter zusätzlichem Stress. Die damit verbundenen Kontaktabbrüche und das Lernen von zuhause kann zu einer Belastungsprobe für Kinder und deren Eltern werden. Dazu kommen die räumliche Enge und fehlende Freizeitaktivitäten, die keinen Ausgleich bieten. Während dieser schwierigen Zeit kommt es daher nicht nur zu erhöhten familiären Stress, sondern oft auch zu gröberen Problemen, wie zunehmender Aggression und häuslicher Gewalt. Die Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, sind davon oft noch härter betroffen. Um den Kindern einen Ausgleich und den Eltern eine Entlastung zu bieten, hat das Village-Projekt zusätzlich ein Online-Angebot entwickelt, das auch in Zeiten von „sozialer Distanz“ sehr gut funktioniert. Das Online-Angebot wurde gemeinsam mit Interessenvertreter entwickelt, unter einem sogenannten OIS-Ansatz (Open Innovation in Science). Das Ziel dieses Angebots ist es, dass Familien den Kontakt zu ihrer Village-Koordinatoren nicht abbrechen müssen und weiterhin an ihrem eigenen Unterstützungsnetzwerk arbeiten können. Zudem nehmen die Eltern und Kinder an wissenschaftlichen Befragungen teil, wodurch der Unterstützungsansatz weiter angepasst werden kann und somit mit etwas Glück auch ins Tiroler Regelsystem aufgenommen wird.  Die Pandemie hat die Teilnahme von Familien am Projekt erschwert. Deshalb konnten bislang noch nicht ausreichend Familien für das Village-Projekt gewonnen werden. Einer der Gründe ist der reduzierte Kontakt zwischen klinischen Personal und den Patienten, wobei auch die  herausfordernde Situation für viele Familien zur Belastung wird und sie überfordert. Allerdings konnten wir mit großer Freude feststellen, dass die teilnehmenden Familien das Unterstützungsangebot größtenteils als positiv und hilfreich empfinden. Folglich ist das Village derzeit mit der Medizinischen Universität Innsbruck und dem Land Tirol im Gespräch um eine mögliche Verlängerung des Projekts zu diskutieren.